domingo, 27 de septiembre de 2009

HARNONCOURT 15

Ein Wunderkind auf Europareise (10/2004)

Bislang galt Wolfgang Mozart als genialer Sohn eines ehrgeizigen Vaters. Jetzt hat der Dirigent Nikolaus Harnoncourt die elf ersten Sinfonien aufgenommen und dabei ein neues Mozartbild entdeckt.

Thomas Mann war hier und Stefan Zweig, nun verbringt der Dirigent Nikolaus Harnoncourt seinen Urlaub im „Haus Hirt“ in Bad Gastein. Gerade hat er Mozarts frühe Sinfonien eingespielt. Auf einer Extra-CD sind Briefe von Vater Leopold und Schwester Nannerl zu hören. Dabei entdeckte Harnoncourt neue Seiten des Wunderkindes, das seine Werke auf Reisen durch ganz Europa komponierte. In Bad Gastein hat Mozart nie Halt gemacht. Aber eine Plakette am Ortseingang verweist auf seine Mutter, die hier einmal gastierte.

Interview by Axel Brüggemann, Welt am Sonntag (7 October 2004)

Welt am Sonntag: „Mein Herz ist völlig entzücket“, hat Mozart mit 13 Jahren an seine Mutter geschrieben, „aus lauter Vergnügen, weil mir auf dieser Reise so lustig ist.“ Herr Harnoncourt, glauben Sie, dass Mozart Spaß hatte, als er mit Vater und Schwester quer durch Europa reiste?

Nikolaus Harnoncourt: Es ist erstaunlich, wie frohgemut er von seinen Reisen berichtet, fast so als wären sie keine Strapaze gewesen. Dabei wissen wir, wie beschwerlich es gewesen sein muss, von London nach Rom zu kommen. Die Familie kämpfte mit Krankheiten, die Räder der Kutschen sind dauernd gebrochen. Wenn man die Stunden zählt, die Mozart auf seinen Europareisen gerüttelt und geschüttelt wurde, komme ich zur festen Überzeugung, dass er die meisten seiner frühen Werke im Wagen komponiert haben muss. Vielleicht haben ihn die rhythmischen Bewegungen inspiriert.

Wie hat er da geschrieben?

Harnoncourt: Er hat während der Fahrt natürlich gar nicht geschrieben. Er hat die Noten in seinem Kopf erfunden und sie zu Papier gebracht, nachdem die Kutsche angehalten hatte. Mozart wird immer wieder mit dem Satz zitiert: „Die Komposition ist fertig, ich muss sie nur noch aufschreiben.“

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